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Deutschland wird Porno-Frei
| 15.02.2007 11:04
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Im Rahmen der immer wieder auftretenden Debatte um Killerspiele, und dem erst kürzlich aus Bayern vorgelegten Gesetzesentwurf zum Verbot von "Jugendgefährdender Medienträger" zeigen sich nun auch noch weitere Auswirkungen an die bisher sicher noch nicht allzu viele Menschen gedacht haben.
Der Gesetzesentwurf des bayerischen Sozialministeriums enthält noch viel mehr als nur das was man auf dem ersten Blick erwartet. So zum Beispiel die Klausel, in welcher aufgeführt wird das ein Verleih-Verbot besteht für indizierte Filme und Computerspiele. Sexfilme, oder auch genannt Pornofilme gelten generell laut Jugendschutzgesetz als indiziert und dürften damit nicht mehr verliehen werden. Dies hätte zur Folge das alle Betreiber von Videotheken ihre Abteilung für Pornofilme schliessen könnten. Zusätzlich kommt noch das man alle indizierten Horrorfilme aus dem Programm seiner Videothek streichen müsste.
Für so ziemlich jede Videothek würde diese Änderung zu einen finanziellen Höllentrip werden. Bisher gilt die deutsche Erotikindustrie als eine der Umsatzstärksten im weltweiten Raum. Sehr viele Videotheken finanzieren ihren gesamten Unterhalt zum größten Teil nur aus der Pornoabteilung und den damit verbunden Verleihgebühren. Heidi Grün, Chefin einer großen Münchner Videothek, fürchtet sogar, dass "sowohl Erwachsene als auch Jugendliche in Zukunft einfach mehr Filme und Spiele illegal aus dem Internet ziehen".
Im Sozialministerium macht man kurze Eingeständnisse, man war sich der Tragweite dieser Änderung vorher nicht ganz so bewusst gewesen, was aber trotzdem keine Abweichung dieser Linie hervorruft. Auf Deutsch gesagt, sie wollen es auch mit dem Wissen das das sehr viele Videotheken den Bach runter gehen können, trotzdem durchziehen. Für die bayerische Familienministerin Christa Stewens "hat der Jugendschutz ganz klar Vorrang vor dem Kommerz. Videotheken müssten sich überlegen, womit sie Geschäfte machten". Ihrer Ansicht nach sei es "nicht zu viel, auch von Videoverleihern eine ethische Fundierung zu verlangen".
Wenn Videotheken in Deutschland schliessen müssen weil sie durch den Verlust der Verleihgebühren für Pornofilme nicht mehr genug Umsatz machen um Miete etc. zu bezahlen. So gehen im selben Zug auch wieder hunderte Arbeitsplätze in Deutschland verloren. Es bringt also unserer Politik nichts wenn sie auf der rechten Hand die Arbeitsplätze schaffen und mit der linken Hand alles wieder vom Tisch fegen! Bodenlos!
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