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Die wirtschaftliche Lage in der Bundesrepublik Deutschland im Februar 2007

20.02.2007 08:27
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Die deutsche Volkswirtschaft befindet sich in einem robusten Aufschwung. Die Wirtschaftsleistung ist zum Jahresende 2006 weiter kräftig gestiegen. Das Bruttoinlandsprodukt erhöhte sich im vierten Quartal preis-, kalender- und saisonbereinigt[1] um 0,9 % zum Vorquartal[2]. Die Wachstumsimpulse kamen diesmal mehrheitlich aus dem Ausland, aber weiterhin auch aus dem Inland. Die Erwerbstätigkeit nahm gegenüber dem Vorjahr um 452.000 Personen zu. Mit den Ergebnissen zum vierten Quartal wurden die vorangegangenen Quartale des Jahres 2006 nach oben revidiert. In Folge erhöhte sich das BIP im Jahr 2006 preisbereinigt mit 2,7 % (Ursprungswert) noch einmal um 0,2 Prozentpunkte stärker als bisher ausgewiesen. Kalenderbereinigt nahm es sogar um 2,9 % zu. Seit der Wiedervereinigung war damit nur im Jahr 2000 ein höheres Wachstum zu verzeichnen als im abgelaufenen Jahr.

Impulse für das gesamtwirtschaftliche Wachstum kamen auch im vierten Quartal 2006 vom Produzierenden Gewerbe. Im Dezember nahm die Industrieproduktion allerdings um saisonbereinigt 0,7 % ab. Dies ging auf den Rückgang der Investitionsgüterproduktion um 2,8 % zurück. Die Erzeugung im Bereich der Vorleistungs- und Konsumgüterproduzenten erhöhte sich demgegenüber um 0,6 % bzw. 0,7 %. Damit schwächte sich die Aufwärtstendenz im Produzierenden Gewerbe insgesamt ab. Das starke dritte Quartal wurde im vierten Quartal aber dennoch leicht übertroffen (+0,2 %). In den wichtigen Wirtschaftsbereichen der Industrie und des Bauhauptgewerbes lagen die Zuwächse der Erzeugung bei +0,3 % bzw. +2,4 %. Im Gesamtjahr 2006 erhöhte sich die Produktion im Produzierenden Gewerbe preisbereinigt um 5,6 % und damit stärker als im Boomjahr 2000. Die Industrieproduktion nahm um 6,1 % und die Erzeugung im Bauhauptgewerbe um 6,6 % zu.

Die Nachfrage nach industriellen Erzeugnissen entwickelte sich nach den kräftigen Zuwächsen im dritten Quartal 2006 in den letzten Monaten allenfalls seitwärts. Die Auftragslage der Industrieunternehmen dürfte aber weiterhin recht gut sein. Dennoch zeichnet sich eine zumindest vorübergehend moderatere Entwicklung ab. Im Dezember gingen die Auftragseingänge in der Industrie preis- und saisonbereinigt leicht zurück (-0,2 %). Ausschlaggebend war eine deutliche Abnahme des Ordervolumens bei den Konsumgüterproduzenten (-4,9 %), vor allem durch einen Einbruch der Auslandsnachfrage. Die Bestelltätigkeit bei den Vorleistungs- und Investitionsgüterproduzenten nahm demgegenüber zu (+0,3 % bzw. +0,6 %). Auch im vierten Quartal insgesamt waren die Auftragseingänge um 0,5 % rückläufig. Die Nachfrage aus dem Ausland ging dabei um 1,3 % zurück. Die Entwicklung der Inlandsnachfrage blieb positiv, fiel aber mit +0,3 % deutlich niedriger aus als im Vorquartal (+3,7 %). Auch das weiterhin gute Geschäftsklima im Verarbeitenden Gewerbe schwächte sich im Januar etwas ab, insbesondere aufgrund der zurückgenommenen Urteile zur aktuellen Geschäftslage. Die Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate blieben demgegenüber nahezu unverändert zuversichtlich. Die Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe sind offensichtlich davon überzeugt, dass sich der Aufschwung im Verlauf dieses Jahres fortsetzt und eine eventuelle konjunkturelle Dämpfung im ersten Quartal 2007 schnell wieder überwunden wird.

Die Erzeugung im Bauhauptgewerbe ist im Dezember um 1,0 % und im gesamten vierten Quartal um 2,4 % angestiegen. Diese ausgesprochen dynamische Entwicklung ist neben der allgemein guten konjunkturellen Entwicklung auch durch die anhaltend milde Witterung sowie durch Vorzieheffekte begünstigt worden. Die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe sind allerdings in der Tendenz rückläufig, auch wenn sie sich von Oktober auf  November um 1,8 % erhöht haben. Andererseits hellt sich das ifo-Geschäftsklima für das Bauhauptgewerbe seit Oktober wieder auf. Im Januar hat es sich durch eine kräftige Anhebung der Geschäftserwartungen nochmals deutlich verbessert. Vor dem Hintergrund des hohen Auftragsbestands und der guten allgemeinen konjunkturellen Entwicklung ist deshalb kaum mit einem Umschwung der Baukonjunktur zu rechnen.

Der Konsum der privaten Haushalte dürfte sich auch im vierten Quartal 2006 insgesamt weiter belebt haben. Dies signalisieren die Einzelhandelsumsätze unter Einbeziehung des Kraftfahrzeug- und des Tankstellenhandels im vierten Quartal 2006. Sie nahmen zum Vorquartal preis- und saisonbereinigt um 1,9 % zu. Dies war maßgeblich auf das gute Weihnachtsgeschäft im Dezember mit einem Umsatzzuwachs von preis- und saisonbereinigt von 4,4 % zurückzuführen. Vorgezogene Anschaffungen von Gebrauchsgütern, insbesondere von Kraftfahrzeugen haben hierzu beigetragen. Im laufenden Jahr werden diese vorgezogenen Käufe fehlen. Darüber hinaus dürften sich nach und nach die bislang allerdings noch wenig sichtbaren Preiseffekte der Mehrwertsteuererhöhung bemerkbar machen. In dem von der GfK ermittelten Konsumklima für die Monate Januar und Februar hat sich dies in Stimmungseintrübungen niedergeschlagen. Von der positiven Beschäftigungsentwicklung gehen demgegenüber die Kaufkraft stärkende Effekte aus. Diese Erwartung dürfte auch dem steigenden ifo-Geschäftsklima im Einzelhandel zugrunde liegen.

Der Außenhandel trug im vierten Quartal wesentlich zum Wachstum des BIP bei. Die Warenausfuhren in jeweiligen Preisen sind zwar im Dezember saisonbereinigt nach einem leichtem Rückgang im Vormonat (-0,6 %) noch einmal um 2,0 % zurückgegangen, legten aber im gesamten vierten Quartal mit +5,9 % gegenüber dem Vorquartal weiterhin dynamisch zu. Für das Gesamtjahr 2006 ergab sich mit einem Anstieg der Warenausfuhren (Ursprungswerte) um 13,7 % der stärkste Zuwachs seit dem Jahr 2000. Die weiteren Aussichten für die Entwicklung der Ausfuhren bleiben günstig. Aufgrund des anhaltenden Aufschwunges der Weltwirtschaft und der hohen Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen ist auch in den kommenden Monaten mit außenwirtschaftlichen Impulsen zu rechnen. Die Dynamik dürfte sich jedoch gegenüber der rasanten Entwicklung in 2006 verlangsamen. Die Wareneinfuhren in jeweiligen Preisen sind nach den Rückgängen in den vergangenen zwei Monaten im Dezember wieder kräftig um +5,0 % angestiegen, nahmen im gesamten vierten Quartal aber nur um 0,8 % zu. Im Gesamtjahr 2006 erhöhten sich die Wareneinfuhren (Ursprungswerte) um +16,5 %. Der Überschuss in der Handelsbilanz stieg im Jahr 2006 um 3,7 Mrd. Euro auf den Rekordwert von 161,9 Mrd. Euro. Der Überschuss in der Leistungsbilanz wuchs noch etwas stärker um 10,6 Mrd. Euro auf 100,9 Mrd. Euro.

Der Arbeitsmarkt belebt sich infolge des Aufschwungs weiter kräftig. Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist hoch. Die Zahl der Erwerbstätigen im Inland nahm im Dezember saisonbereinigt um 43.000 zu. Binnen Jahresfrist erhöhte sie sich um 492.000 Personen auf 39,62 Mio. (Ursprungszahl). Dies ist maßgeblich auf die Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung zurückzuführen, die im November gegenüber dem Vorjahr um 428.000 auf 26,95 Mio. anstieg. Besserungstendenzen sind mittlerweile in nahezu allen Wirtschaftsbereichen zu beobachten. Im Januar waren insgesamt 4,247 Mio. Arbeitslose registriert, 764.000 weniger als vor einem Jahr. Der saisonbereinigte Abbau der Arbeitslosigkeit schritt damit zu Jahresbeginn 2007 mit einem Rückgang von 106.000 zügig voran. Die milde Witterung trug hierzu nicht unerheblich bei. Der Arbeitsmarkt erhält aber vor allem kräftigen Schub durch den konjunkturellen Aufschwung.

Die Entwicklung der Verbraucherpreise in Deutschland verläuft insgesamt weiterhin in ruhigen Bahnen. Sie sind von Dezember auf Januar trotz höherer Mehrwertsteuer um 0,2 % gefallen. Gegenüber dem Vorjahr erhöhten sie sich um 1,6 %, nach 1,4 % im Dezember. Für eine Beurteilung der Preiseffekte im Zusammenhang mit der Erhöhung der Mehrwertsteuer ist es aber noch zu früh. Im Januar haben sich die Entwicklung der Energiepreise, saisonbedingte Preisrückgänge sowie Sonderverkaufsaktionen des Einzelhandels dämpfend auf die Preisentwicklung ausgewirkt.

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