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Industriepark Werk GENDORF investiert 350 Millionen Euro
| 21.01.2007 12:19
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Burgkirchen, 19.01.2007 - Insgesamt rund 350 Millionen Euro sollen in
den nächsten Jahren an Investitionen in den Standort GENDORF fließen.
Etwa 80 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung in der Region
sowie aus den Gendorfer Unternehmen haben sich beim 31. Nachbarschafts-
und Mandatsträgergespräch im Industriepark Werk GENDORF über
Investitionen und Innovationen am Standort informiert. Steigende
Strom-, Transport- und Rohstoffkosten waren ebenso Thema der Diskussion
wie der geplante Bioenergiepark.
„Das Bayerische Chemiedreieck erlebt derzeit einen Aufschwung und eine
rege Investitionstätigkeit“, stellte InfraServ-Geschäftsleiter Dr.
Bernhard Langhammer fest. „Im Oktober 2006 fiel die wichtigste
Entscheidung für die Zukunft des Standortes.“ Der Bau der
Ethylen-Pipeline Süd (EPS) von Ludwigshafen nach Münchsmünster und
damit ins Chemiedreieck sei der Startschuss für eine ganze Reihe von
Folgeinvestitionen.
Neue Technologie bei Vinnolit
Der Ausbau der Chlorproduktion sei ohne diese Pipeline nicht möglich,
erklärte Dr. Thomas Karcher, Standortleiter der Vinnolit GmbH und Co.
KG. Die Umrüstung der Chlorproduktion am Standort GENDORF soll
insgesamt 70 Millionen Euro kosten. Das Vorhaben sei in zwei Stufen
geplant und soll im Jahr 2011 abgeschlossen werden, so Karcher. Die
Umstellung auf das neue Membran-Verfahren garantiere eine
Stromkosteneinsparung von 24 Prozent und führe außerdem zu einer
Reduzierung der CO2-Emissionen.
Innovationen bei Clariant
Mit einem Effizienzsteigerungsprogramm reagiere die Clariant Produkte
(Deutschland) GmbH auf die Anforderungen der Zukunft, führte der
stellvertretende Gendorfer Clariant-Standortleiter Dr. Peter Blickle
aus. Das Unternehmen will damit Engpässe beseitigen, die Kapazitäten
erweitern sowie Strom und Dampf einsparen. Außerdem ermögliche das
Programm eine bessere Nutzung von Rohstoffen. Blickle betonte die
Entwicklung von neuen Produkten wie Additive für die Baustoffindustrie
sowie Innovationen bei Flugzeugenteisungsmitteln und bei Erzeugnissen
für die Textilindustrie. Abschließend stellte er die hohe
Übernahmequote (91 Prozent) von Auszubildenden heraus.
Mehr Mitarbeiter bei Dyneon
„Völlig ausgelastete Anlagen verhindern weiteres Wachstum“, erklärte
Dr. Thomas Schöttle, Standortleiter der Dyneon GmbH & Co. KG. Die
Investition in eine Fluorelastomeranlage in Höhe von zehn Millionen
Euro soll Abhilfe schaffen. Schöttle kündigte die Inbetriebnahme für
November 2007 an. Die neue Anlage ermögliche die Herstellung von
Produkten für die Automobilindustrie sowie für den Bau chemischer
Apparate. Die Zahl der Mitarbeiter in der Produktion bei Dyneon in
GENDORF soll von 265 auf 290 erhöht werden.
KP mit Rekordjahr 2006
„Was die Produktionsmenge anbelangt war 2006 ein Jahr der Rekorde“,
betonte Gerd Schönberger, Standortleiter der Klöckner Pentaplast GmbH
& Co. KG. Wie im Vorjahr sind auch in 2007 Investitionen in Höhe
von acht Millionen Euro geplant, eine Steigerung von drei Millionen
Euro gegenüber 2005. Die Inbetriebnahme einer neuen Schneidemaschine
sowie eines Extruders für Folien kündigte Schönberger für Herbst 2007
an. Eine weitere Investition mit einem Volumen von zehn Millionen Euro
in einen neuen Kalander werde derzeit geprüft.
Investitionen in Infrastruktur
Die InfraServ reagiere auf den steigenden Energiebedarf der neuen
Produktionsanlagen im Industriepark Werk GENDORF mit dem Ausbau
Strominfrastrukur, erklärte Dr. Langhammer. In einem ersten Schritt
soll die Hauptschaltanlage für vier Millionen Euro erneuert werden.
Weiterhin sei der Bau einer Vorkläranlage für drei Millionen Euro
bereits gestartet. Die Investitionssumme für ein neues Rückkühlwerk
belaufe sich auf 3,6 Millionen Euro.
Wie ein roter Faden zog sich das Thema der steigenden Energie-,
Rohstoff- und Transportkosten durch die einzelnen Vorträge über die
aktuelle Situation der Produktionsgesellschaften im Industriepark Werk
GENDORF. „Ist es nicht sinnvoll ein gemeinsames Kraftwerk in die Region
zu stellen“, wollte Hans Steindl wissen. Außerdem wies Burghausens
Bürgermeister auf den dringenden Handlungsbedarf beim Bahnausbau hin.
Zu beiden Themen fänden regelmäßige Gespräche statt, antwortete
Langhammer. Solange die Politik nicht auch die beim Kraftwerksbetrieb
in großen Mengen anfallende Wärme und deren weitere Nutzung
unterstütze, sei es schwierig, eine wirtschaftlich sinnvolle Lösung für
ein Kraftwerk zu finden. Die Modernisierung der Bahn liege im Interesse
der gesamten Chemieindustrie in der Region. „Die Verantwortlichen des
Bayerischen Chemiedreiecks haben in Berlin bereits vorgesprochen“,
sagte Langhammer.
Fiedler zu Bioenergiepark
Fest beabsichtigt ist dagegen der Bau eines Bioenergieparks - mit 250
Millionen Euro Investitionsumfang die größte Einzelinvestition in der
Geschichte des Industrieparks, wie Langhammer betonte. Ferdinand
Fiedler, der Aufsichtsratsvorsitzende der BioMa Energie AG und Vorstand
der Neue Vermögen AG, rechnet mit einem Baubeginn im Laufe des Jahres.
Das vorgesehene Areal im Industriepark Werk GENDORF sei bereits als
Industriegebiet ausgewiesen, so Fiedler. Eine erste Teilbaugenehmigung
könne bereits in sechs Wochen vorliegen.
Eine kritische Frage aus dem Publikum konterte Fiedler mit dem Hinweis
auf die optimale Nutzung der Rohstoffe durch die geplanten Anlagen für
Bioethanol und Biodiesel sowie durch das geplante
Biomasse-Heizkraftwerk. Die Verarbeitung von Weizen, Mais, Rapssaat und
anderen Ölsaaten diene nicht nur der Energiegewinnung, sondern auch dem
Viehfuttermarkt. Übrig gebliebene Mineralien könnten außerdem in
Düngemittel weiter verwertet werden. Fiedler stellte weiterhin die
Vorteile einer Kombination der Produktion von Biodiesel und Bioethanol
heraus: „Wir wollen der Landwirtschaft nicht nur ein Produkt abkaufen,
sondern auch für eine vernünftige Fruchtfolge sorgen, so dass der Boden
nicht ausgezehrt wird“, sagte er.
Fachkräftemangel thematisiert
„Spätestens wenn wir den Bioenergiepark haben, werden wir auch wieder
einen Fachkräftemangel haben“, antwortete Langhammer auf eine weitere
Frage aus dem Publikum. Insgesamt bewertete er die
Beschäftigungssituation positiv. Die rege Investitionstätigkeit führe
auch zu einem Zuwachs an Mitarbeitern, die über lange Sicht eine Anzahl
von mehr als 4000 Beschäftigten im gesamten Industriepark garantiere.
Alleine durch den geplanten Bioenergiepark entstünden 120 Arbeitsplätze.
InfraServ Gendorf, in Burgkirchen/Landkreis Altötting gelegen, ist ein
modernes Dienstleistungsunternehmen und die Betreibergesellschaft des
Industrieparks Werk GENDORF. Das Unternehmen beschäftigt rund 920
Mitarbeiter und 99 Auszubildende. Im Jahr 2006 erzielte InfraServ
Gendorf einen Umsatz von rund 224 Millionen Euro.
www.infraserv.gendorf.de
Der Industriepark Werk GENDORF, zentral im „Bayerischen Chemiedreieck“
gelegen, ist Standort für derzeit 20 Unternehmen aus den Bereichen
Basis- und Spezialitäten-Chemie, Kunststoffe, Energieversorgung und
Dienstleistungen. Das besonders für chemie- und pharmanahe Industrien
attraktive Konzept der Zusammenarbeit zwischen den hier angesiedelten
Produktionsunternehmen und Dienstleistungen ist aus einem früheren
Hoechst-Standort hervorgegangen und 1998 als erster Industriepark in
Bayern mit dem Schwerpunkt Chemieproduktion entstanden.
In den Jahren 1998 bis 2005 investierten die Standortunternehmen rund
500 Millionen Euro im Industriepark Werk GENDORF. Ca. 4000 Menschen
arbeiten täglich im Industriepark. Der gesamte Umsatz beträgt rund 1,2
Milliarden Euro im Jahr. Der Industriepark Werk GENDORF umfasst 190
Hektar Gesamtfläche, ca. 30 Hektar sind noch frei für Ansiedlungen.
www.gendorf.de
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