Das für eine verbreitete Magen-Darm-Infektion verantwortliche Norovirus ist in diesem Jahr deutschlandweit außergewöhnlich aktiv. Seit Jahresbeginn erkrankten bislang mehr als 22 000 Menschen, sagte ein Sprecher des Robert Koch-Institutes (RKI) am Freitag in Berlin.
In den ersten sechs Wochen des vergangenen Jahres waren lediglich 6540 Personen von dem Erreger betroffen. Der Brechdurchfall sei aber zumeist ungefährlich. Nur sehr selten endet nach Angaben des RKI eine Infektion tödlich.
Der Verlauf der Epidemie sei in diesem Herbst und Winter europaweit «schon heftig», sagte der Sprecher. Zugleich wies er darauf hin, dass es eine hohe Dunkelziffer gebe.
In den Jahren 2005 und 2006 starben in Deutschland insgesamt 31 Menschen an einer Norovirus-Infektion. Darunter waren 24 Patienten über 80, sechs weitere waren mindestens 67 Jahre alt. Ein Opfer war ein Säugling. Die Krankheit spielt in der Statistik gefährlicher Infektionskrankheiten nur eine kleine Rolle. Durchschnittlich sterben in Deutschland zum Beispiel jedes Jahr 10 000 Menschen an den Folgen einer Grippe.