Weitere Probleme mit hoher Langzeitarbeitslosigkeit im Osten
Die heute vorgelegten Zahlen zur Entwicklung im Verarbeitenden Gewerbe im Gesamtjahr 2006 sind positiv. Danach hat die ostdeutsche Industrie ihren stabilen Wachstumskurs fortgesetzt und konnte ihren Umsatz im Jahre 2006 um 11 Prozent erhöhen. Gut doppelt so stark wie der Inlandsumsatz (+ 8 Prozent) erhöhte sich hierbei der Auslandsumsatz (+ 19 Prozent).
"Die neuen Länder gehören damit zu den Regionen in Europa, in denen die Industrieproduktion am dynamischsten wächst. Die stark anziehenden Exporte belegen eindrucksvoll, dass die Betriebe in den neuen Ländern zunehmend auf Auslandsmärkten Fuß fassen und an internationaler Wettbewerbsfähigkeit gewonnen haben", sagte der Beauftragte für die neuen Länder, Bundesminister Wolfgang Tiefensee, heute in Berlin.
Insgesamt beschäftigten die Industriebetriebe in Ostdeutschland Ende 2006 rund 10.000 Mitarbeiter mehr als Ende 2005 (Beschäftigtenanstieg 1,3 Prozent), während der Beschäftigtenstand in den Jahren 2004 und 2005 stagnierte. "Damit hat die positive Wirtschaftsentwicklung - wenn auch in stark abgeschwächter Form - den Arbeitsmarkt erreicht", so Tiefensee.
Erfreulich ist auch ein deutlicher Anstieg der Investitionstätigkeit. Das im Rahmen der Bund-/Länder Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" mitfinanzierte Investitionsvolumen von Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft belief sich im Jahre 2006 auf 8,3 Milliarden Euro nach 5,7 Milliarden Euro im Jahre 2005.
"Trotz dieser positiven Entwicklungstrends darf nicht übersehen werden, dass derzeit nur 12 Prozent der deutschen Industriearbeitsplätze in den neuen Ländern liegen und die Folgen des dramatischen Abbaus von Industriearbeitsplätzen in Ostdeutschland Anfang der 90er Jahre bei weitem noch nicht überwunden sind: Zwar ist von Januar 2006 auf Januar erfreulicherweise ein deutlicher Aufwärtstrend beim Abbau der Kurzzeitarbeitslosigkeit (-23 Prozent) zu verzeichnen. Aber die Langzeitarbeitslosigkeit verharrt unverändert auf einem sehr hohen Niveau - hier beträgt der Abbau nur 6 Prozent. Es kristallisiert sich eine verfestigte Langzeitarbeitslosigkeit im Osten heraus. Damit haben wir im Vergleich zum Westen eine besondere Situation. Wir müssen alle Kreativität darauf ausrichten, neue Wege zu gehen, um nach Lösungen zu suchen, die aus dieser Miesere heraus führen", sagte Tiefensee.